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Doch heute wird die Ausnahme zur Regel – nicht nur weil bald Weihnachten ist. „Wer Jugendliche für unsere Sache begeistern will, muss schon etwas mehr auffahren“, betont der Jugendreferent der Jugendkirche Soest. Er, seine Kollegin Petra Englert und der Vertrauensrat haben mit weiteren 20 Jugendlichen diesen Abend in der Thomäkirche organisiert, zusätzlich zu den monatlichen Jugendgottesdiensten, und sind nun umringt von Scheinwerfern, die die Kirche in buntes Licht tauchen, Kerzen und 1200 Teelichten, die im Laufe des Abends „verheizt“ werden. „Night of Light“ lautet der Titel der Veranstaltung, der aber durchaus metaphorisch zu verstehen ist. Kasten: „Weihnachten hat auch viel mit Licht zu tun, mit der Sehnsucht nach Licht, Erleuchtung und Wärme.“ Der technische Aufwand ist er gewohnt: „Bei unseren Jugendgottesdiensten arbeiten wir viel mit Scheinwerfern und einer eigenen Band, wir mussten daher nicht viel Technik zusätzlich leihen.“ Quer durch den ganzen Raum gibt es verschiedene Nischen. Gleich hinter dem Eingang steht eine große Pinwand, auf der die Besucher aufschreiben, was Advent für sie bedeutet. „Zeit für Familie und Besinnung“ findet sich in jugendlicher Schrift dort wieder, auch Zeit für „Tee bei Kerzenschein“ – von Stress kaum ein Wort. Vielleicht hat der wahre Geist der Weihnacht Playstation und iPhone doch überlebt. Dahinter Gesprächskreis, eine Lichtwand, Teelichter hinter bunten Fenstern, vor denen die Gläubigen für ihre Mitmenschen beten. Im Chor bilden Teelichter ein großes Kreuz, links eine „Klagemauer“, in die die Besucher ihre Sorgen auf Notizzetteln stecken, auf Stühlen, hinter dem Altar oder sogar in der Kanzel unterhalten sich die Jugendlichen, tauschen Sorgen aus oder singen leise fromme Lieder. Weiter hinten gibt es Stärkungen, werden Geschichten vorgelesen und Postkarten gestaltet. Um 23 Uhr gibt es ein Nachtmahl mit Fingerfood. „Wir wollten einen Raum schaffen, wo man die Zeit hat, über Advent nachzudenken“, erklärt Kasten die Grundidee. „Jugendliche, bei denen man doch heute gerne denkt, Glauben sei nicht mehr ihr Thema, kommen doch, wenn man sich so auf sie zu bewegt.“ Und das mit einem solchen Erfolg, dass er gleich wieder eine Schattenseite mit sich bringt: Der Saal der Jugendkirche in der früheren Dombauhütte der Wiesengemeinde wird dem Andrang nicht mehr gerecht. Kasten: „Wir platzen aus allen Nähten und suchen händeringend nach einem neuen, größeren Veranstaltungsraum, ruhig auch eine alte Industriehalle, denn unsere Gottesdienste sind etwas lauter.“ Schließlich besteht die „Hausband“ aus einer mehrköpfigen Bläsersektion; und die soll für die Wiesegemeinde schließlich nicht zu den Posaunen von Jericho werden. - kb  |  |  | | Nora Rohe (14): Der Glaube an Gott ist etwas, wovon man mir immer nur erzählt hat, bis ich ihn hier in der Jugendkirche selber für mich entdeckt habe. Hier finde ich eine Gemeinschaft und Freunde jenseits des Alltags.“ | Janina Schürmann (15): „Kirche ist eine Gemeinschaft voller Freunde. Durch sie und durch unsere Aktionen – ich selber leite eine Mädchengruppe und bin in der Johannesgemeinde aktiv – lerne ich für den Alltag dazu.“ | Sebastian Osterbrink (22): „Mein Glaube gibt mir Halt und die Perspektive, dass Gott etwas mit mir vorhat und ich irgendwann zu ihm komme. Leider muss ich wegen meines Informatik-Studiums zurzeit ein wenig kürzer treten.“ |
Artikel download Soester Anzeiger 13.12.2007 |